Prof. Dr. Ingmar Unkel
Professor im Bereich Physische Geographie des Anthropozäns, HCE-Mitglied seit 2026
Ich interessiere mich sehr für das bislang noch relativ unerforschte Gebiet der Archäohydrologie, das die Bedeutung der Wasserverfügbarkeit für die Entwicklung unserer menschlichen Gesellschaft hervorhebt, indem es den Zusammenhang zwischen Wasserressourcen, den natürlichen hydrologischen und ökologischen Bedingungen sowie der soziokulturellen Entwicklung der Menschen in der Vergangenheit untersucht.
Meine aktuellen Forschungsprojekte in Griechenland, Vietnam und Österreich konzentrieren sich auf folgende Kernfragen:
- Wie anfällig ist das System an Oberflächengewässern des jeweiligen Untersuchungsgebiets gegenüber Veränderungen des Hydroklimas auf verschiedenen zeitlichen Skalen? Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf Sedimentations-, Transport- und Erosionsprozesse in bestimmten Bergregionen? Diese Frage umfasst Veränderungen der Niederschlagsmengen sowie Skalen von Jahrzehnten bis zu Jahrtausenden.
- Wie widerstandsfähig sind natürliche Vegetation, Sedimente, Böden und menschliche Gesellschaften in der Vergangenheit und Gegenwart gegenüber hydroklimatischen Veränderungen? Diese Frage umfasst die Bewertung der Einwirkungsraten und der damit verbundenen Reaktionszeiten.
Mein Forschungsschwerpunkt lässt sich unter dem Motto „Die Vergangenheit verstehen – die Gegenwart angehen – die Zukunft vorbereiten“ zusammenfassen.

Warum ich dem HCE beigetreten bin
Sowohl das HCE auch als das Marsilius-Kolleg wo ich 2024/25 Fellow sein durfte, bieten an der Universität Heidelberg ein exzellentes Umfeld für interdisziplinären Austausch, Kommunikation und Kooperation. Während das Marsilius-Kolleg stark den Austausch zwischen Geistes- und Naturwissenschaften fördert, habe ich im HCE eine „wissenschaftliche Heimat“ gefunden, die meine eigene, schon sehr interdisziplinär angelegte Forschung im Bereich der Mensch-Umwelt-Interaktion optimal unterstützt.
Meine bisherigen Highlights
Da ich erst seit sehr kurzer Zeit (April 2026) ein wirklich aktives Mitglied der HCE-Gemeinschaft bin, habe ich noch keine zu große Auswahl an Highlights. Dennoch war das alljährlich stattfindende Retreat bereits ein erstes echtes Highlight für mich, um die Kolleg:innen auch jenseits intensiver wissenschaftlicher und forschungsstrategischer Diskussionen im Seminarraum auch menschlich bei Wanderungen oder anderen sozialen Freizeitaktivitäten besser kennenzulernen. Denn gerade bei fachlichen Unterschieden in interdisziplinärer Zusammenarbeit ist es wichtig, die sozialen Gemeinsamkeiten mit den Kolleg:innen zu kennen und zu schätzen, um erfolgreich und ohne größere Konflikte zusammenzuarbeiten.
Meine wichtigsten Partner:innen
Wie die meisten am HCE, arbeite ich mit Wissenschaftler:innen aus einem breiten Spektrum an Disziplinen zusammen, am meisten jedoch mit Archäologen und Historikern, aber auch mit Umwelt- und Geophysikern. Und auch im näheren fachlichen Umfeld arbeite ich viel mit Kolleg:innen aus der Geoinformatik und den Geowissenschaften zusammen. Aber auch außerhalb der Universität Heidelberg und Deutschlands habe ich ein weites Netzwerk an Kooperationspartnern in verschiedenen Ländern, allen voran in Vietnam, Griechenland, Österreich, Schweden und Finnland, um nur die wichtigsten zu nennen.